Vorbereitung der Gründung Wurzener Land-Werke

Stichwort: Erreichung und Einhaltung der Klimaschutzziele – nachbarschaftlich & auf Augenhöhe

Angetrieben durch das vielbeachtete Demografieprojekt Westsachsen, bei dem vor allem auch junge Menschen aus der Region Wünsche und ganz konkrete Vorstellungen einfließen lassen konnten, agieren nun die vier Kommunen Lossatal, Thallwitz, Bennewitz und Wurzen nach dessen Abschluss nun nachbarschaftlich und auf Augenhöhe zusammen.

Durch die Teilnahme an den sogenannten Workshops, der Abschlussveranstaltung zum Demografieprojekt in Thallwitz oder den regelmäßigen Klimabeiratssitzungen konnten wir direkt verfolgen, wie existentiell die Themen Energiemanagement, nachhaltige und vor allem regionale Wertschöpfung und gleichzeitige Stärkung der Wirtschaftskraft aller vier beteiligter Kommunen, gerade in Zeiten der bundesdeutschen Energiewende ist.

Dabei wurde von Anfang an auf das Wesen des Wurzener Lande, nämlich die partnerschaftliche Aufgabenwahrnehmung der Daseinsvorsorge eingegangen – auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels.

Pro und Contra – Aller Anfang ist schwer…

Die stetig steigenden Anforderungen an die Verwaltungen, u.a. die aktuelle Asylbewerberunterbringung, neue Fachverfahren, e.Government, u.v.m. kosten Unmengen Geld, ohne für eine entsprechend bessere Finanzausstattung zu sorgen. Wie abhängig wir von den Finanzmitteln aus Land und Bund sind, mussten wir erst vor kurzem bei der Haushaltsdebatte schmerzlich zur Kenntnis nehmen.

Was ist der gegenwärtige Lösungsweg?

Das hiesige Demografieprojekt trägt zur effizienteren Abarbeitung der komplexen Verwaltungsaufgaben und Verbesserung der Bürgerbeteiligung bei zusätzlichen Aufgaben bei. Der geschaffene Aktionsraum Wurzener Land dient der Stärkung der Selbstständigkeit der Kommunen und festigt die Rolle der Stadt Wurzen als Mittelzentrum und wird die Akquisepotenziale von Fördermitteln verbessern.

Die vier beteiligten Kommunen arbeiten ausgehend vom Demografieprojekt Westsachsen zusammen in energetischen Fragen, mit dem Ziel der Kostenminimierung und Einnahmeverbesserung unter Einbeziehung der Bürger. Dies kann man alles im Abschlussberichtes des Projektes nachlesen.

Diese Kooperation in energetischen Fragen und der Aktionsraum Wurzener Land sind die beiden wesentlichen Klammern, mit denen es gelang, alle Kommunen des historischen Wurzener Landes an einen Tisch zu bringen.

Was erwarten wir von den Wurzener Land-Werken?

Eine Struktur im Rahmen der bisher allein agierenden kommunen scheint nicht wirtschaftlich zu sein, da man Know-How einkaufen müsste, um die gewünschten Energieeffizienz und –erzeugerprojekte inhaltlich stemmen zu können. Man wäre außerdem kaum in der Lage das finanzielle Risiko abschätzen zu können.

Eine Struktur, die gemeinsam mit einem professionellen Partner aus der Energiewirtschaft aufgebaut wird, soll dieses Risiko für die Kommunen übernehmen und zusätzlich eine Beteiligung der Bürgerschaft über z.B. mögliche Energiegenossenschaften übernehmen. Der strategische Partner soll also bereit sein, Risiko und Investment zu den Projekten zu tragen, die die Kommunen des Wurzener Landes und ihre Bevölkerung liefern.

Diese Suche nach einem strategischen Partner muss natürlich, wie auch in der vorgelegten Beschlussvorlage des Stadtrates verankert, in enger Abstimmung mit den Räten erfolgen. Nur wenn ein solcher Partner find bar ist und ein entsprechender Vertrag dieses Konstrukt absichern kann, können die Wurzener Land-Werke gegründet werden.

Worin steckt das gegenwärtige Risiko?

Verwaltung und Räte könnten ohne Erfolg Arbeit in die Vorbereitung der Gründung der Wurzener Land-Werke gesteckt haben. Aber dann haben wir es wenigstens versucht!

Da aber bereits im Vorfeld eine Marktrecherche erfolgte, scheint dieses Risiko sehr gering zu sein, da das Interesse von professionellen Energiefirmen aus der Region gegeben ist. Bereits vor Jahren wurde mehrfach über die Gründung kommunaler Stadtwerke ergebnislos debattiert. Hauptargument war wohl u.a. dass die Stadt Wurzen zu klein dafür wäre, das solch ein Projekt rentabel wäre. Jedoch sprechen wir heute, gemeinsam mit unseren Nachbargemeinden, über ein Einzugsgebiet für etwa 32.000 Menschen.

Und um zu erkennen, dass Stadtwerke durchaus profitabel sind, braucht man nicht erst zu den Stadtwerken Dresden oder Leipzig schauen. Richten wir unseren Blick flussauf- und abwärts in Richtung Grimma und Eilenburg, wo Sie und wir am Ende nur zu einem Entschluss kommen können: (den der ein oder andere aus der Werbung kennt!)

Lassen Sie uns vorweg gehen.

Ihr Thomas Zittier

 

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